Am späten Samstagabend stand für uns das Nachholspiel bei der A2 der JSG LIT auf dem Programm. Die LIT-Jungs sind immer eine handballerische Wundertüte, da man nie genau weiß, auf welche Spieler ihr Coach Julius Tabel unter anderem aus dem Bundesligakader der B-Jugend zurückgreifen kann. Nach dem erfreulich guten Heimauftritt gegen den TV Verl fuhren wir dennoch mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen zum Spitzenspiel (Erster gegen Dritter) und wollten zeigen, dass wir zurecht auf dem Platz an der Sonne stehen.
Wir kamen gut in die Partie und konnten gerade über unsere Achse Ackermann/Boekhaus anfänglich einige einfache Tore erzielen. In der Abwehr hatten wir jedoch mit den bereits erwähnten, technisch sehr gut ausgebildeten B1-Spielern erhebliche Schwierigkeiten, die uns mit ihren 1:1-Durchbrüchen immer wieder vor große Probleme stellten. So gingen wir zwar mit einem 17:15 aus unserer Sicht in die Kabine, aber dieses Spiel war zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht entschieden.
In der Halbzeit schworen wir uns ein, in Hälfte zwei in der Abwehr eine Schippe draufzulegen und mehr zu agieren statt nur zu reagieren, um den Gegner auch einmal zu technischen Fehlern zu zwingen. Doch erstens kommt es bekanntlich anders und zweitens als man denkt: Nach nicht einmal sechs gespielten Minuten in Halbzeit zwei und bereits sechs kassierten Gegentoren mussten wir beim Stand von 21:19 für LIT eine Auszeit nehmen, um den Lauf des Gastgebers zu unterbrechen. Da dies aber nur punktuell gelang und wir uns auch im Angriff gegen die gute, bewegliche Abwehr der LIT-Jungs sehr schwer taten, konnte der Gastgeber die Führung weiter ausbauen und sah dreieinhalb Minuten vor Schluss beim Stand von 33:30 bereits wie der sichere Sieger aus.
Was dann jedoch folgte, entzieht sich fast einer logischen Erklärung. Plötzlich unterliefen den LIT-Jungs im Angriff unerklärliche Fehler und sie brachten unsere Mannschaft, als eigentlich schon tot geglaubten Gast, noch einmal zurück in die Partie. Beim Stand von 33:33 und eigenem Ballbesitz schworen wir uns in der letzten Auszeit, jetzt das Ding komplett zu drehen und das Parkett als Sieger zu verlassen.
Zehn Sekunden vor Schluss war es dann B-Jugend-Leihgabe Timo Scholt, der mit seinem Treffer den nicht mehr für möglich gehaltenen und letztlich auch glücklichen Sieg sicherstellte. Auch wenn wir handballerisch definitiv schon bessere Spiele gemacht haben, muss man den Hut vor der Mentalität der Truppe ziehen, die bis zuletzt an den möglichen Sieg geglaubt und alles für diesen Erfolg gegeben hat.
Torschützen: Ackermann 11, Boekhaus 6, Litzke 5, Hartmann 3, Quermann 2, Scholt 2, Niedick 2, Kreissl 1, Kriete 1 und Keeper Georgie 1.
