mD-Jugend: Spitzenhandball in Flensburg!

Bild 1 – Mannschaftsfoto nach HBL-Spiel

Seit Jahren haben unsere E- und D-Jugenden quasi ein Abo auf die Kreismeisterschaften – ein Erfolg, der seinen Ursprung in der exzellenten Kinderarbeit in Jöllenbeck hat. Da in diesen Altersgruppen allerdings die Kreisliga das Maximum darstellt, schleicht sich hin und wieder die Frage ein, wie gut unsere Arbeit im deutschlandweiten Vergleich eigentlich einzuordnen ist.

Die männliche D1 hatte am letzten Februarwochenende die Gelegenheit zu genau dieser Bestandsaufnahme. Für uns ging es hoch nach Flensburg zum „get in touch Cup“, einem hochklassigen U13-Handballturnier mit namhaftem Teilnehmerfeld. Was uns dort erwartete, war eine unglaubliche Erfahrung sowie eine massive Lernkurve für alle mitgereisten Kinder und Trainer.

Aber fangen wir von vorne an:

Am Freitag, den 27.02., kamen die meisten unserer Jungs direkt von der Schule zum Alten Bahnhof, wo es um 13 Uhr hieß: „Taschen, Schlafsäcke und Co. in die Bullis – Abfahrt!“ Das Ziel: die GP JOULE Arena, auch bekannt als „Hölle Nord“. Unsere großzügigen Gastgeber hatten uns 19 Freikarten für das Bundesligaspiel der SG Flensburg-Handewitt gegen die HSG Wetzlar organisiert. Nach dem Abpfiff ging es direkt auf die Platte, wo die Jungs noch das ein oder andere Foto mit den Profis machen konnten. Es sollte allerdings nicht das letzte Mal gewesen sein, dass uns Spieler der SG über den Weg liefen.

Bild 1 – Mannschaftsfoto nach HBL-Spiel

Nach dem Spiel ging es voller neuer Eindrücke zu unserer Unterkunft: eine Schule direkt neben der Fördehalle. Diese war der Austragungsort des Turniers – ein beeindruckender Hallenkomplex mit zwei großen Hallen, einer Trainingshalle und rund 20 Kabinen. Dort angekommen richteten wir es uns, ähnlich wie beim Rödspette-Cup, in einem Klassenzimmer gemütlich ein und ließen den Abend bei Pizza ausklingen.

Am nächsten Morgen starteten wir mit einem sehr guten, vom Veranstalter organisierten Frühstück und der anschließenden Eröffnungsfeier in den ersten Turniertag.

Der „get in touch Cup“ ist so aufgebaut, dass jede Mannschaft unabhängig vom Turnierverlauf sechs Spiele bestreitet – gerade für Jugendmannschaften ein großartiges Format. Am Samstag wurde die Gruppenphase in vier Vierergruppen ausgetragen. Am Sonntag spielten die Gruppenersten und -zweiten im A-Cup die Plätze 1 bis 8 aus, während die Dritt- und Viertplatzierten im B-Cup um die Plätze 9 bis 16 kämpften.

Mit dem HC Bremen, GOG (Gudme Oure Gudbjerg) und dem THW Kiel hatten wir eine spannende Gruppe erwischt – genau die Art von Gegnern, gegen die wir spielen wollten, um unseren Leistungsstand zu überprüfen. Angereist waren wir mit 16 Kindern: zwölf Jungs aus der D1 sowie vier Spielern aus der D2.

Unser Auftaktspiel bestritten wir gegen eines der stärksten Teams des Teilnehmerfeldes: den HC Bremen. Nachdem wir die ersten fünf Minuten der 25-minütigen Partie verschlafen hatten, liefen wir früh einem Rückstand hinterher, den wir nicht mehr aufholen konnten. Am Ende verloren wir mit sieben Toren Differenz. Insgesamt zeigte das Team jedoch, dass wir mithalten können – allerdings nur, wenn wir in der Abwehr noch konsequenter und körperlicher arbeiten.

Nach kurzer Verschnaufpause ging es gegen GOG und damit gegen eine für unsere Jungs ungewohnte, sehr kompakte 6:0-Deckung. Trotz intensiver Vorbereitung wirkte unser Team zunächst etwas überfordert mit dem dänischen Abwehrsystem. So verloren wir knapp ein Spiel, das durchaus auch in unsere Richtung hätte gehen können. Das letzte Wort in diesem Duell war allerdings noch nicht gesprochen.

Nach der Partie kam plötzlich ein gewisser Kevin Møller auf die enttäuschten Jungs zu. Auf eine unglaublich herzliche und menschliche Art schaffte er es, den Kindern wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Das letzte Spiel der Gruppenphase bestritten wir am frühen Abend gegen den großen THW Kiel. Zunächst gelang es uns auch hier nicht, unser A-Game auf die Platte zu bringen. Doch durch eine starke, aggressive, aber faire Deckungsarbeit und eine zunehmend zielstrebige Offensive kämpften wir uns zurück ins Spiel. Am Ende hatten wir sogar noch den entscheidenden Wurf – der allerdings am Pfosten landete. So trennten wir uns mit einem Unentschieden von den „Jungzebras“.

Wir beendeten die Gruppenphase mit einer starken Team- und Abwehrleistung, aber auch mit der Erkenntnis: Hätten wir die Leistung der letzten sieben Minuten von Beginn an gezeigt, wären in den Spielen gegen GOG und Kiel durchaus zwei Siege möglich gewesen – und damit der Einzug in den A-Cup.

Positiv war jedoch, dass wir – wie erhofft – an unsere Grenzen gebracht wurden. Jedes Kind musste an sein Limit gehen. In der Kreisliga-Saison ist das leider in rund 80 % der Spiele nicht der Fall. Jetzt waren wir endgültig im Turnier angekommen und bereit für den B-Cup.

Am Finaltag ging es im B-Cup-Viertelfinale gegen den TSV Glücksburg 09, trainiert von Grit Jurack. Auch dieses Team spielte bereits einen sehr guten Handball. Aufbauend auf der starken Schlussphase aus dem Kiel-Spiel – und vermutlich auch dank einer etwas besseren Nacht als am Vortag – schien bei unseren Jungs endlich der Knoten geplatzt zu sein. Mit konsequenter Deckungsarbeit legten wir die Basis für unser schnelles Offensivspiel und gewannen am Ende verdient mit 20:13. Damit standen wir im Halbfinale.

Dort wartete die erste Mannschaft des Gastgebers, der SG Flensburg-Handewitt. Von allen Spielen an diesem Wochenende schien dieses eigentlich das machbarste zu sein. Eigentlich. Es gelang uns jedoch nicht, den Schwung aus den vorherigen Spielen mitzunehmen, und so verloren wir denkbar knapp mit 16:17 gegen die Hausherren.

Nach einer kindgerechten Ansprache und dem kurzzeitigen Packen der enttäuscht hängenden Köpfe ging es direkt weiter ins Spiel um Platz drei. Und wie sollte es anders sein: Dort trafen wir erneut auf die Jungs aus der Handball-Akademie Gudme (GOG). Schließlich hatten wir noch eine Rechnung offen.

Nach einem kurzen Durchhänger setzte sich der positive Trend der letzten Spiele fort. Wir agierten deutlich ruhiger und cleverer gegen die 6:0-Deckung und verteidigten konsequenter. Als Trainerteam sind wir besonders stolz darauf, wie die Jungs es geschafft haben, sich nach der Halbfinalniederlage wieder aufzurappeln und ihr bestes Spiel zu zeigen.

Nach 25 Minuten stand es jedoch 12:12 – also ging es ins 7-Meter-Werfen. Nach diesem kämpferischen Auftritt hätte sich eine Niederlage irgendwie falsch angefühlt. Zum Glück blieben unsere Schützen eiskalt, und unserem Torwart gelang es, zwei Würfe der Dänen zu parieren. So gewannen wir dieses umkämpfte Spiel und beendeten ein unglaublich tolles Turnier auf dem 3. Platz des B-Cups.

Bei der anschließenden Siegerehrung überreichte Co-Trainer Simon Hennig stellvertretend für die Profis die begehrten Autogrammkarten von Golla, Grgic, Pytlick und vielen weiteren Spielern.

Anschließend ging es vom Norden Deutschlands zurück in den Norden Bielefelds. Nach einer nächtlichen Bulli-Putz-Aktion und voller neuer Eindrücke fiel schließlich jeder müde ins Bett.

Für das Trainerteam – bestehend aus Timon Kleineberg und Sascha Pätzold, unterstützt von Mirko Lenz – bleibt die Erkenntnis, dass unsere D-Jugend trotz einiger Leistungsschwankungen mit rund 80 % der dort vertretenen Top-Teams mithalten kann.

Dieses Ergebnis ist nicht die Leistung eines einzelnen Trainerteams, sondern unterstreicht die starke Kinder- und Jugendarbeit, die wir seit vielen Jahren in Jöllenbeck leisten. Darauf können wir als Verein sehr stolz sein. Gleichzeitig erwächst daraus auch die Verantwortung, Strukturen zu schaffen und zu erhalten, damit diese starken Jahrgänge langfristig bei uns im Dorf bleiben.

An dieser Stelle möchten wir uns auch noch einmal beim Veranstalter des Turniers und insbesondere bei Stefan Pries bedanken. Der „get in touch Cup“ ist ein hervorragend organisiertes Turnier auf absolutem Top-Niveau.

Ein großer Dank geht außerdem an Mirko Lenz, der dieses Turnier für uns möglich gemacht und uns das gesamte Wochenende über unterstützt hat.

Voller Vorfreude auf alles, was noch kommt,

eure mD1

Geschrieben von Sascha Pätzold



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