HSG Handball Lemgo
- Gegründet 1911
- Spielort Auswärts
Vereinsgeschichte
Der TBV Lemgo wurde am 2. September 1911 unter dem Namen Ballsportverein Lemgo 1911 (BSV 1911) in der Gaststätte „Friedensstern“ als Fußballklub gegründet. Der letzte Schritt, endgültig die „Nummer eins“ in der Heimat zu werden, wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs im Sommer 1914 unterbrochen.
Nach dem Krieg wuchs die Mitgliederzahl durch den Eintritt einer Reihe von Spielern des aufgelösten Klubs „Hermania“ beträchtlich, was auch zur Gründung einer Leichtathletikabteilung führte. Die BSV-Leichtathleten riefen den jahrzehntelang durchgeführten Staffellauf „Rund um Lemgo“ ins Leben.
Beginn des Handballs:
1923/24 trafen sich die ersten Handballinteressenten im Verein, um der erst wenige Jahre alten Sportart nachzugehen. Das erste Handballspiel fand wohl 1923 intern beim BSV 1911 statt. Gespielt wurde ausschließlich Feldhandball auf Fußballplätzen – und zwar im Winterhalbjahr bei Regen, Eis und Schnee.
Bereits 1931/32 konnten die BV-Handballdamen ihren ersten Meistertitel in Lippe vermelden, den sie in den Jahren danach stets ungeschlagen verteidigten.
Fusion nach dem Krieg:
Nach Kriegsende fusionierten im September 1945 der BV und der TV Lemgo zum Turn- und Ballspielverein (TBV) Lemgo von 1911. Der Turnverein spaltete sich 1952 jedoch wieder ab, um seine Tradition fortzusetzen. Der TBV behielt seinen Namen und umfasste viele Abteilungen: Fußball, Handball, Turnen, Leichtathletik, Schwimmen, Hockey, Boxen, Kanusport, Tischtennis.
Aufstieg im Handball:
Der Aufstieg zu einem der besten deutschen Handballvereine ging langsam, aber beständig vor sich. Im Gründungsjahr der Handball-Bundesliga (1966/67) spielte der Verein noch in der Oberliga. Mitte der 1970er-Jahre stieg der TBV in die Regionalliga auf, die damals die höchste Spielklasse darstellte.
- 1981/82: Aufstieg in die 2. Bundesliga
- 1983: Sensationeller Aufstieg in die 1. Bundesliga
- Ab 1983/84: Ununterbrochene Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse (über 40 Jahre)
Nach einigen Jahren im Abstiegskampf entwickelte sich der TBV ab den 1990er Jahren kontinuierlich zu einer Spitzenmannschaft. Namen wie Lajos Mocsai (Trainer ab 1989), László Marosi (Spieler 1990–2000) oder Daniel Stephan (Spieler 1994–2008) sind mit dieser Entwicklung verbunden.
Ära der Erfolge:
1995 konnte mit dem nationalen Pokalsieg der erste wichtige Titel errungen werden. 1996 folgte der Sieg im Europapokal der Pokalsieger. Mit diesem Titel beendete Lajos Mocsai seine Trainertätigkeit beim TBV.
Das erfolgreichste Jahr 1997:
Unter Trainer Juri Schewzow war 1997 das bislang erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte. Erstmals konnten innerhalb einer Saison der Meistertitel, der deutsche Pokalsieg sowie der Gewinn des Supercups gefeiert werden (Triple).
Rekordmeisterschaft 2002/03:
In der Meisterschaftssaison 2002/03 praktizierte der TBV unter Trainer Volker Mudrow sehr erfolgreich die „Schnelle Mitte“ und stellte mit 62:6 Punkten einen Rekord auf, der 2005/06 vom THW Kiel eingestellt und 2008/09 mit 65:3 Punkten gebrochen wurde.
Moderne Entwicklung:
Am 12. September 2004 fand in der Veltins-Arena das Eröffnungsspiel der Handball-Bundesliga zwischen dem TBV Lemgo und dem THW Kiel statt. In den Folgejahren konnte Lemgo seine Spitzenposition im deutschen Handball zwar nicht halten, spielt aber seit über 40 Jahren ununterbrochen in der Bundesliga.
Zur Saison 2018/19 wurde der Namenszusatz „Lippe“ eingeführt, um die regionale Verankerung zu betonen.
Sportliche Erfolge und Meilensteine
Feldhandball-Ära (1924–1975):
- 1931/32: Erste Meisterschaft der Damen in Lippe (danach jahrelang ungeschlagen verteidigt)
- 1936–1945: Spitzenmannschaft in der Bezirksklasse Lippe/Paderborn/Höxter zusammen mit TV Lemgo
- Bis 1975: Konzentration auf Feldhandball
Hallenhandball und Aufstieg (ab 1975):
- Mitte 1970er: Aufstieg in die Regionalliga (damals höchste Spielklasse)
- 1981/82: Aufstieg in die 2. Bundesliga
- 1983: Aufstieg in die 1. Bundesliga
- 1983–heute: Ununterbrochene Bundesliga-Zugehörigkeit (über 40 Jahre)
Goldene Ära (1995–2010):
- 1995: DHB-Pokal (erster großer Titel)
- 1996: Europapokal der Pokalsieger
- 1997: Deutsche Meisterschaft, DHB-Pokal, DHB-Supercup (Triple – erfolgreichstes Jahr der Vereinsgeschichte)
- 1999: DHB-Supercup
- 2002: DHB-Pokal
- 2003: Deutsche Meisterschaft (mit Rekord: 62:6 Punkte), DHB-Supercup
- 2006: EHF Cup
- 2010: EHF Cup
Moderne Erfolge:
- 2020: DHB-Pokal (völlig überraschend als Außenseiter)
Gesamtbilanz:
- Deutsche Meisterschaft: 2× (1997, 2003)
- DHB-Pokal: 4× (1995, 1997, 2002, 2020)
- DHB-Supercup: 4× (1997, 1999, 2002, 2003)
- Europapokal der Pokalsieger: 1× (1996)
- EHF Cup: 2× (2006, 2010)
- Triple: 1× (1996/97)
Besondere Spieler und Trainer:
- Lajos Mocsai (Trainer 1989–1996)
- Juri Schewzow (Trainer 1996–2002, Meistertrainer 1997)
- Volker Mudrow (Trainer 2002/03, Rekordmeisterschaft)
- László Marosi (Spieler 1990–2000)
- Daniel Stephan (Spieler 1994–2008)
- Zahlreiche Nationalspieler aus verschiedenen Ländern
Spielstätten
Phoenix Contact Arena (ehemals Lipperlandhalle):
- Adresse: Lemgo, Kreis Lippe
- Kapazität: Ca. 3.500 Zuschauer
- Funktion: Hauptspielstätte der 1. Bundesliga-Mannschaft seit Jahrzehnten
- Besonderheit: Bekannt für beeindruckende Atmosphäre und lautstarke Fans
- Nutzung: Heimspiele der Bundesliga-Mannschaft, große Turniere
Historische Spielstätten:
- Fußballplätze: Feldhandball bis 1975
- Veltins-Arena: Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison 2004/05 (TBV Lemgo vs. THW Kiel)
Head-to-Head gegen HSG Handball Lemgo
- 4 Spiele
- 4 Siege
- 0 Remis
- 0 Niederlagen